Bilder

Im Warteraum des Lebens

Einsam, zweisam, gemeinsam, unterwegs und angekommen,  in Räumen und daneben, aus dem Rahmen fallend, bewegen wir uns alle in verschiedenen Kontexten und Lebensrealitäten, schließen uns an, ein und aus, vereinzeln uns und finden zurück in den Schoß der Gemeinschaft. Alles das und noch viel mehr springt uns an, wenn wir den Bildern, Räumen und Figuren von Bärbel Stoeckermann lauschen, ihrem Farbraunen, dem grünen, gelben und roten Wispern, wenn wir den Tönen dazwischen zuhören, zwischen den Figuren, die teilweise so eng beieinander stehen, das uns der Atem wegbleibt. Zufällig, schicksalhaft kommen Figuren zusammen, finden ihren (Farb-) Ton und verlieren ihn wieder, verblassen, spazieren aus dem Bild und lassen andere und uns zurück. Wie im Leben möchte man sagen. Ja, das ist es: Die gelernte Goldschmiedin führt uns sanft an den Augen durch ihre Bilder. Dass sie dem Zufall in ihrem neuen Werkzyklus Raum geben darf, ist eine neue Lust, die die sonst zur Präzision gezwungene Meisterin des Goldes ebenso erfasst wie den Betrachter. Die Genauigkeit beiseite lassen, sich dem Experiment öffnen, dem Leben, den Menschen und Begegnungen. Der Zufall spielt in der Kunst wie im Leben eine große Rolle, zu finden immer dann, wenn Menschen sich neugierig auf den Weg machen. Dem Betrachter der Bilder von Bärbel Stoeckermann bleibt zu wünschen, dass er das Raumangebot der Künstlerin zu nutzen vermag, in die Bilder hinein, durch sie hindurch und aus ihnen herausspaziert. Wer weiß, welche Begegnungen ihn erwarten, vielleicht die mit sich selbst.

Prof. Dr. Silke Heimes zum Werk der Künstlerin Bärbel Stoeckermann
Darmstadt, den 3. Dezember 2009

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